Der gestrige Abend – ein solider, wenn auch unglücklicher 3. Platz – ist kaum verdaut, da lag für Andy, Anna, René, Eva, Jenny und mich schon der nächste Prüfstein im Weg. Der Abwechslung halber (ja, auch Frauen wollen gewisse Abwechslung
) ging es nach unserem letztjährigen Erstlingswerk(inkl. Regelkunde) in die zweite Runde ins Fitzgerald’s (nachfolgend “Fitz”) in Mannem. Und vorweg kann mein Bauch schon mal sagen, es war ein schöner Abend und ein durchaus akzeptables Resultat.
Trotz Aussagen wie “Lasst uns mal zu 20h treffen, danach wird’s immer schnell knackevoll.” bestand unsere Begrüßung zu besagter Uhrzeit im Gros nur aus der Bedienung. In gewissem Sinne gut, weil freie Platzwahl. Schnell hatten wir uns dann wieder für unseren “Stammtisch” vom letzten Jahr entschieden, der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier und die Sessel sind auch recht bequem
. Das durchs Pub ziehende lecker-schmecker-Aroma vom Grill machte die anschließende 1-stündige Wartezeit dann doch zumindest subjektiv erträglich. Gegen 21 gings dann so langsam los und Gegner tauchten nun auch in Scharen auf, inklusive Andy und Anna. Besser spät als nie sagt man da wohlwollend
.
Zu Beginn gab es wie gewohnt die Bilderrunde: 10 Personen der Weltgeschichte. Schade, dass man die im Fitz nicht doppelt (Joker) nehmen kann, denn mit 9 Richtigen war das ein Topstart. Mit von der Partie waren u.a. Nena, James Blunt, Lee Harvey Oswald, Picasso, Josh Hartnett und David Niven. Nur ein s-w-Boxer stellte uns komplett bloß, sodass wir Rocky Marciano den Vorzug gaben, am Ende sollte es jedoch Robert de Niro gewesen sein.
Da im Fitz die 6-Fragen-Runden nach Themengebieten geordnet sind, galt es dann gleich in der Ersten (im Voraus!) unseren Joker zu ziehen: unser Liebling, die Geografie. Glänzen konnte hier mal wieder Wiki-Andy
, der wusste, wo die Palkstraße verläuft. Nur die Sutherland Falls waren uns gänzlich unbekannt. Zur Belohnung gabs satte 2×5 Punkte und unsere, an diesem Abend leider auch einzige Führung (als “Pub-Fiver”, Lese- oder Schreibschwäche -> S/5
). Weiter ging es dann mit Geschichte, Literatur & Kunst, Personen, Mystery und Filme. Zum Bleistift konnten wir hier mit dem Bildhauer der “Bürger von Calais” punkten. Auch Werke wie “Der Process” waren uns ein Begriff, jedoch den Schriftsteller von Lady Chatterley’s Lover kannten wir dann doch nicht. Zu dumm, wenn man nur mit den gleichnamigen Softpornos auf VOX aufgewachsen ist
. Einfache Fragen wie nach dem Unglücksort und der damaligen Verfassung des Kapitäns der Exxon Valdez standen dann in munterem Wechsel harte Nüsse wie der “Erfindung” Christian Friedrich Samuel Hahnemanns gegenüber. Der Zeitpunkt des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg oder das zur Zeit einzige europäische Staatswappen mit Hammer und Sichel waren für uns nur kleine Hürden, wer oder wie oder was und vor allem wann in Yorktown ablief, das ging leider dann doch irgendwie im Geschichtsunterricht an uns vorbei
.
Eine Erkenntnis, die wir an diesem Abend erlangten, war: Wir wissen einen Shice über Aristokratie. Wieviele Könige hatte Großbritannien in der ersten Hälfte des 20. Jh.? Zu welchem Adeslgeschlecht gehört der amtierende spanische König Juan Carlos I.? Es blieb uns nichts anderes übrig, als dieses Topic an Eva zu diligieren. Die Zeit wird uns zeigen, ob es Früchte trägt. Des Weiteren sind wir mal wieder über unsere eigene Dummheit gestolpert, diversen Größen der Vergangenheit anderen Nationen zuzuschreiben. So erschien es uns einfach nicht vorstellbar, dass der “Blaue Reiter” Franz Marc doch tatsächlich Deutscher war
. Hausaufgaben haben wir also genug mitgenommen.
Als besonders interessante Runde gilt von Natur aus die Mystery-Runde, bei der jedes erdenkliche Attribut als “Thema” herhalten kann. So war es diesmal der Zeitraum des vergangenen Augusts. Den neu ernannten Ministerpräsidenten Hessens und den abgebauten Rohstoff der Unglücksmine in Chile wussten wir, aber was die Kollegen Gillard und Abbott für einen “Battle” ausgefochten haben, das hatte selbst ich mit meinen intensiven N24/NTV-Studien nicht vermutet.
So verliefen die Runden stets mit 3-5 Punkten, oder anders gesprochen mit 50-83,333%. Unglücklicherweise verfehlten wir bei der allseits beliebten Schätzfrage mit 0,4 Prozentpunkten den ausgelobten Bonuspunkt bei der Frage, wieviele Bundesbürger denn dem FKK fröhnen. Andy hatte schon aus dem Bauch heraus 14% vorgeschlagen, am Ende “einigten” wir uns dann leider für 15%, womit bei einem Ergebnis (laut Apotheken-Umschau) von 13,9% ein anderes Team mit 14,6% näher dran war als wir. Auch die immer wieder zum Zocken einladende “Wer bin ich”-Runde brachte uns nur 1 Punkt ein. Gut, die vollen 5 Punkte wären auch eine kleine Sensation gewesen, denn die erste Aussage war lediglich: Ich bin ein Franzose!
Naja, nach ein wenig Gurren gabs dann wenigstens noch die Geburts-und Sterbedaten, aber sonderlich hilfreich waren sie auch nicht. Auch die Tatsache, dass der Mann Jura studierte (welch Überraschung im 19. Jh.!^^) und sich als Bühnenauthor probierte, gab der geistigen Erleuchtung keinen Nachschub. Den nach ihm benannten Segelpokal kannten wir auch nicht und so fiel der Groschen erst mit dem letzten Faktum, aber dann auch mit tosendem Donner im Gebälk: Ich schrieb zum Beispiel “Die Reise zum Mittelpunkt…”.
Mit ein wenig Glück und Verstand bewältigten wir mit Rate-Glück beim Handlungsort von Frech Connection 2 und Renés zugegebenermaßen leichten Übung mit der “M”-Darstellerin seit “Der Morgen stirbt nie” (obwohl schon seit “GoldenEye” die Chefin mimend) dann auch die letzte Fragerunde “Film”. Wertvolle Punkte ließen wir aber dennoch liegen bei den Fragen nach Leo diCaprios Film nach “Titanic” ’97 (“Der Mann in der eisernen Maske” ’98 statt “Romeo + Julia” ’96) und “dem” Tunnel in Mission: Impossible (50-50 Channel Tunnel statt Mont-Blanc-Tunnel). Sichere Punkte wurden uns zusätzlich versagt, weil es bei der Frage nach dem Attentatsziel im Film “Der Schakal” um dessen im Originalfilm von 1973 und nicht im Remake von 1997 ging. So ging es mit einem blöden Gefühl in unsere Hass-Disziplin, der Musikrunde. Wenn ich mich richtig entsinne, konnten wir sogar 5 von 6 Songs komplett benennen. Dummerweise ging es aber nicht um Interpret-Titel, sondern um das Erscheinungsjahr. Trotz einer 1+/- Marge gelangen uns nur 3 Punkte, so blieb es im Nachhinein wieder bei der Selbsterkenntnis: “Musikrunde? Na, ik geh scho ma heim, ciao.”
Die Siegerehrung ist schnell erzählt. Die Plätze 10-4 erstreckten sich gleichmäßig ab 39 bis 46 Punkten. Wer zählen kann, wird bemerken, dass wir mit 41 den 8. Platz gemacht haben. Das Treppchen ging mit 50 und 2x 49 Punkten weg. Und um mittlerweile 0 Uhr Ortszeit hieß es dann auch für uns: einfach nur weg.
Fazit: Als Newbies in dieser Runde und rückblickend der 31 Punkte im letzten Jahr war es eine durchweg solide Leistung. Und es macht wirklich Spaß, auch wenn einige Fragerunden halt nur funktionieren, weil man selbst zum Quizmaster rennen muss, Zettel abgeben. Und es wird leider immer häufiger offensichtlich, warum es “Quiz Night” heißt *gähn*